Kontoart
3. Juli 2026 · Von Marcel Czeranski

Junior-Depot für Kinder: Langfristig anlegen mit ETF-Sparplan

Ein Junior-Depot ist der Weg für Eltern, die für ihr Kind über viele Jahre Vermögen aufbauen wollen. Mit einem breit gestreuten ETF-Sparplan schon ab 1 € im Monat nutzen Sie den langen Anlagehorizont bis zum 18. Geburtstag – für die höchste Renditechance, aber mit Kursrisiko. Wir erklären, wie ein Kinderdepot funktioniert, und vergleichen kostenlose Anbieter.

Junge Pflanze wächst aus einem Glas voller Euro-Münzen – Sinnbild für langfristigen Vermögensaufbau
Foto: Unsplash

Das Wichtigste in Kürze: Ein Junior-Depot ist ein Wertpapierdepot auf den Namen des Kindes, das die Eltern treuhänderisch verwalten. Über einen langen Zeitraum von 15 bis 18 Jahren bietet ein weltweit gestreuter ETF-Sparplan die höchste Renditechance aller Kinder-Sparformen – dafür schwankt der Kurs und der Ertrag ist nicht garantiert. Sinnvoll ist es nur, wenn das Geld wirklich langfristig angelegt bleibt.

Was ist ein Junior-Depot?

Ein Junior-Depot – oft auch Kinderdepot genannt – ist ein ganz normales Wertpapierdepot, das auf den Namen des Kindes läuft. Weil Minderjährige nicht selbst handeln dürfen, eröffnen und verwalten die Eltern das Depot als gesetzliche Vertreter. Das eingezahlte Geld und die gekauften Wertpapiere gehören dabei rechtlich dem Kind. Anders als beim Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto gibt es hier keine feste Verzinsung: Die Wertentwicklung hängt vom Kapitalmarkt ab.

In der Praxis wird ein Kinderdepot fast immer für einen ETF-Sparplan genutzt. Dabei fließt Monat für Monat automatisch ein fester Betrag in einen breit gestreuten Indexfonds. So entsteht über die Jahre ein Vermögen, das dem Kind zum Beispiel den Führerschein, ein Studium oder die erste eigene Wohnung erleichtern kann.

Warum gerade langfristig anlegen?

Der große Vorteil eines Kinderdepots ist der lange Anlagehorizont. Wer bei der Geburt startet, hat bis zum 18. Geburtstag rund 18 Jahre Zeit. Über einen so langen Zeitraum konnten breit gestreute Aktienmärkte historisch deutlich mehr erwirtschaften als klassische Zinsanlagen – auch wenn vergangene Renditen keine Garantie für die Zukunft sind.

Entscheidend ist der Zinseszinseffekt: Erträge werden wieder angelegt und erwirtschaften selbst wieder Rendite. Je länger das Geld arbeitet, desto stärker wirkt dieser Effekt. Und je länger der Anlagezeitraum, desto besser lassen sich zwischenzeitliche Kursrückgänge wieder aussitzen. Genau deshalb passt ein Depot gut zu einem neugeborenen oder kleinen Kind – und weniger gut, wenn das Geld schon in zwei oder drei Jahren gebraucht wird.

ETF-Sparplan ab 1 € – breit gestreut in Welt-ETFs

Viele Anbieter ermöglichen einen ETF-Sparplan schon ab 1 € im Monat. Das macht den Einstieg auch mit kleinem Budget möglich – etwa mit dem Kindergeld, einem Teil davon oder Geldgeschenken von Großeltern. Empfehlenswert für den langfristigen Vermögensaufbau sind vor allem breit gestreute Welt-ETFs, die die Entwicklung hunderter oder tausender Unternehmen weltweit abbilden. Durch diese Streuung hängt das Ergebnis nicht am Schicksal einzelner Aktien.

Ein Sparplan hat noch einen psychologischen Vorteil: Er läuft automatisch und diszipliniert. Es wird stur weiter angelegt, egal ob die Kurse gerade hoch oder niedrig stehen. Über die Jahre kauft man so mal teurer, mal günstiger ein und muss nicht versuchen, den perfekten Zeitpunkt zu treffen.

Junior-Depots im Vergleich

Diese kostenlosen Junior-Depots empfehlen wir aktuell. Achten Sie auf die Depotkosten, die Mindestsparrate und die Auswahl an gebührenfreien ETF-Sparplänen. Alle Konditionen haben den Stand Oktober 2026 und sollten vor Vertragsabschluss beim Anbieter geprüft werden.

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Chancen und Risiken ehrlich abgewogen

Ein Depot bietet die höchste Renditechance – aber eben auch das größte Schwankungsrisiko. Die Kurse gehen nicht nur nach oben: Es kann Jahre geben, in denen das Depot deutlich im Minus steht. Über kurze Zeiträume ist ein Verlust jederzeit möglich, und einen garantierten Ertrag gibt es nicht. Wer diese Schwankungen nicht aushält oder das Geld eventuell kurzfristig braucht, ist mit einer Zinsanlage besser bedient.

Wichtig zu wissen: Das in ETFs angelegte Geld gilt als Sondervermögen. Es ist rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft und der Bank getrennt und bleibt auch bei einer Pleite des Anbieters Eigentum des Anlegers. Das Sondervermögen schützt jedoch nicht vor Kursverlusten des Fonds selbst – es sichert nur davor, dass das Guthaben in eine Insolvenzmasse fällt.

Steuern und Sparerpauschbetrag

Erträge aus einem Depot – also Kursgewinne beim Verkauf sowie Ausschüttungen – unterliegen grundsätzlich der Abgeltungsteuer. Auch Kindern steht dabei ein eigener Sparerpauschbetrag zu, bis zu dem Kapitalerträge steuerfrei bleiben. Da das Depot auf den Namen des Kindes läuft, kann dieser Freibetrag zusätzlich genutzt werden. Ob und in welcher Höhe Steuern anfallen, hängt vom Einzelfall ab. Steuerliche Regeln ändern sich zudem – bitte informieren Sie sich vor der Eröffnung und ziehen Sie im Zweifel eine Steuerberatung hinzu. Begriffe wie Sparerpauschbetrag oder Sondervermögen erklären wir im Glossar.

Vor- und Nachteile eines Junior-Depots

Vorteile

  • Höchste Renditechance aller Kinder-Sparformen
  • ETF-Sparplan schon ab 1 € im Monat
  • Zinseszinseffekt über 15 bis 18 Jahre
  • Breite Streuung über Welt-ETFs möglich

Nachteile

  • Kursrisiko – kein garantierter Ertrag
  • Wertschwankungen, auch Verluste möglich
  • Nur bei langem Anlagehorizont sinnvoll
  • Verfügungsrecht geht mit 18 an das Kind

Depot, Tagesgeld oder Festgeld – was passt?

Es gibt kein „besser“ oder „schlechter“, sondern nur das passende Werkzeug für das jeweilige Ziel. Ein Tagesgeldkonto ist sicher und täglich verfügbar, wirft aber wenig ab. Ein Festgeldkonto bietet für einen festen Zeitraum einen planbaren Zins. Beide sind über die Einlagensicherung geschützt und schwanken nicht im Wert. Das Junior-Depot bietet die größte Renditechance, ist dafür aber Schwankungen ausgesetzt und lohnt sich nur langfristig.

Viele Familien kombinieren die Formen: einen Notgroschen aufs Tagesgeld, ein konkretes Sparziel aufs Festgeld und den langfristigen Vermögensaufbau ins Depot. Welche Kontoart in welchem Alter am besten passt, zeigt unser Ratgeber Starterkonto nach Alter. Weitere Grundlagen finden Sie in unserem Ratgeber und der FAQ-Übersicht.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Ob ein Depot zu Ihrer Situation passt, sollten Sie eigenverantwortlich prüfen.

Häufige Fragen zum Junior-Depot

Viele Anbieter erlauben einen Sparplan bereits ab 1 € im Monat. Damit ist der Einstieg auch mit kleinem Budget möglich, etwa mit einem Teil des Kindergeldes. Entscheidend ist weniger die Höhe der Rate als der lange Anlagezeitraum, über den sich auch kleine Beträge durch den Zinseszinseffekt entwickeln können.
Das Depot läuft auf den Namen des Kindes, deshalb gehört das eingezahlte Geld rechtlich dem Kind. Die Eltern verwalten es nur treuhänderisch und dürfen es im Sinne des Kindes einsetzen. Mit dem 18. Geburtstag geht das volle Verfügungsrecht auf das dann volljährige Kind über.
Die im ETF angelegten Wertpapiere sind Sondervermögen und bleiben auch bei einer Pleite der Bank Eigentum des Anlegers. Das schützt allerdings nicht vor Kursverlusten des Fonds selbst. Ein Depot kann im Wert schwanken und zeitweise im Minus stehen. Einen garantierten Ertrag wie beim Festgeld gibt es nicht.
Tagesgeld und Festgeld sind sichere Zinsanlagen, die über die Einlagensicherung geschützt sind und nicht im Wert schwanken. Das Junior-Depot bietet über lange Zeiträume die höhere Renditechance, ist dafür aber Kursschwankungen ausgesetzt und nur langfristig sinnvoll. Sicherheit steht hier gegen Renditechance.
Mit der Volljährigkeit erhält das Kind das alleinige Verfügungsrecht über das Depot. Es kann dann selbst entscheiden, ob es weiter anlegt, verkauft oder das Geld anders nutzt. Eltern verlieren ab diesem Zeitpunkt den Zugriff auf das Depot.
Marcel Czeranski
Über den Autor Marcel Czeranski

Marcel ist Finanz-Redakteur und vergleicht für Starterkonto.de Girokonten, Tagesgeld, Festgeld und Junior-Depots für Kinder. Er erklärt komplexe Finanzthemen für Eltern verständlich und praxisnah.